MGS-ler in Finnøy 2009

Fröhliche Begegnung zwischen Erdöl und Natur

Eine Schülergruppe der Meldorfer Gelehrtenschule weilte zu einem Besuch in der westnorwegischen Partnerschule „Finnøy Sentralskule“ und brachte einen Strauß von Erlebnissen und neuen Erfahrungen mit.

Die MGS-Schüler und Schülerinnen konnten direkt das norwegische Familienleben kennen lernen, da sie für die Zeit des Besuchs bei ihren Partnern untergebracht waren, die sie bereits im vergangenen September bei ihrem Besuch in Dithmarschen begrüßen konnten. Dabei waren sie auf ein halbes Dutzend kleinerer und größerer Inseln verteilt, von denen sie mit Schiffen und Booten aller Art jeweils auf die Hauptinsel Finnøy und zur Schule fuhren.

Auffallend war der weitgehend stressfreie Alltag und Umgang miteinander, sowohl zuhause als auch in der Schule, wie er allgemein aus Skandinavien bekannt ist.

Ein Tag am Fjord war eine gute Gelegenheit, das Freizeitverhalten der norwegischen Freunde zu erleben: Baden, Boot fahren, Klönen, Sonnen, Wasserski auf Luftkissen fahren und – natürlich – Barbecue, also Grillen mit der ganzen Gruppe oder auch der Familie, DEM Freizeitsport der Norweger! 12°C Wassertemperatur – das war für die meisten kein Bade-Hindernis.

Schöne Holzhäuser, eine propere und moderne Metropole Stavanger, und dort das Bummeln auf der Shopping-Meile durften nicht fehlen in einem Programm, das den Schülern auch den Ursprung des hohen Lebensstandards der Einwohner nahebringen sollte: Erdöl und Erdgas aus dem Nordatlantik, das scheinbar nie zu versiegen droht und dem ganzen Land immense Summen in die Staatskasse spült. Dass diese Erschließung mit Risiken für Leib und Leben der Offshore-Arbeiter verbunden ist, erfuhren die Schüler eindringlich bei einem Besuch im Erdölmuseum von Stavanger, wobei sie die eigene Reaktions- und Fluchtgeschwindigkeit in einem panic-room ebenso trainieren konnten wie Rettungsversuche durch einen  mutigen Sprung in einen „Rettungsstrumpf“, natürlich in realistischer orange-roter Montur der Erdölarbeiter auf der Ölplattform weit draußen auf See.

Ein Highlight und Muss war die Ersteigung des Preikestolen, eines kanzelartigen Felsens in der norwegischen Fjell-Landschaft, dessen Nase in 700 m Höhe über den 25km langen Lysefjord hervorragt und auch den Mutigeren leichte Schauer über den Rücken jagte: Kein Geländer, kein Schild, kein Hinweis warnte den Wanderer vor. Aber: Das ist Norwegen! Und der gesamte 10. Jahrgang der Finnøy Sentralskule hielt mit den deutschen Freunden vorsichtigen Abstand. Beruhigend natürlich für die begleitenden MGS-Lehrkräfte Jutta Petersen-Bauchrowitz und Peter Reineck, die sich über ein unfallfreies Programm freuen konnten.

Dass Norwegen nicht direkt vor Dithmarschens Tür liegt, spürten die Schüler an der jeweils 20-stündigen Hin- und Rückreise mit Bussen und Schiffen, die auch einige Stunden hohen Seegangs westlich des Skageraks einschloss; eine Mühe, die sie gerne in Kauf nahmen, wurde doch eine intensive Freundschaft weiter gefestigt und einige gemeinsame Pläne für die Zukunft geschmiedet. So werden bald Dithmarscher Stimmen bei der Tomatenernte in Norwegen zu hören sein.